Über uns
Die MUNA Hohenbrunn: Zwischen Krieg und Erinnerung
Wir vom P-Seminar Geschichte der 11. Jahrgangsstufe beschäftigten uns in diesem Schuljahr intensiv mit der Geschichte der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt (MUNA) in Hohenbrunn und insbesondere mit dem Thema Zwangsarbeit während der NS-Zeit. Ziel unseres Projekts ist es, die Geschichte dieses heute oft unbekannten Ortes zu erforschen und sie gleichzeitig für junge Menschen modern, verständlich und digital zugänglich aufzubereiten.
Zu Beginn des Projekts standen umfangreiche Recherchen zur Geschichte der MUNA sowie zur Situation der dort eingesetzten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Mittelpunkt. Um einen direkten Eindruck vom historischen Ort zu erhalten, besuchten wir das Gelände der ehemaligen MUNA in Hohenbrunn und bekamen dort eine ausführliche Führung. Dabei wurde uns bewusst, welche Bedeutung die Anlage während des Zweiten Weltkriegs hatte und unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben und arbeiten mussten.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil unseres Projekts waren zwei Studientage im Max-Mannheimer-Studienzentrum. Dort arbeiteten wir unter anderem mit Dokumenten der Arolsen Archives, einem internationalen Archiv zu den Opfern des Nationalsozialismus. Dabei recherchierten wir konkrete Einzelschicksale ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter der MUNA und konnten anhand historischer Dokumente persönliche Geschichten nachvollziehen. Besonders bewegend war für uns die Beschäftigung mit Frauen und Kindern innerhalb der Lager sowie mit den oft schwierigen Lebensbedingungen der Betroffenen. Zusätzlich setzten wir uns im Studienzentrum mit dem Thema Storytelling auseinander und lernten, wie historische Inhalte spannend, verständlich und zugleich sensibel in Form von Videoclips vermittelt werden können.
Besonders bereichernd war außerdem ein Experteninterview mit der Historikerin Frau Dr. Elsbeth Bösl, die sich intensiv mit der Geschichte der Zwangsarbeit im Landkreis München beschäftigt hat. Durch das Gespräch erhielten wir viele neue Einblicke in die Forschung zur MUNA, zur regionalen Erinnerungskultur sowie zur historischen Aufarbeitung der NS-Zeit. Darüber hinaus standen wir im Austausch mit dem Studenten Nikolas Röske, der sich in seiner Masterarbeit mit Zwangsarbeit, Schwangerschaft und Geburt während der NS-Zeit beschäftigt und uns zusätzliche wissenschaftliche Perspektiven für unsere Recherche ermöglichte.
Schließlich entstanden in Kleingruppen acht kurze Videos im Stil von Instagram-Reels oder YouTube-Shorts zu unterschiedlichen Themenbereichen rund um die MUNA Hohenbrunn. Diese sollen historische Inhalte kompakt, anschaulich und zielgruppengerecht vermitteln.
Video 01
Allgemeine Infos über die Zwangsarbeit im 2. Weltkrieg
Millionen Menschen wurden im Zweiten Weltkrieg zur Arbeit gezwungen — doch was bedeutete das konkret für die Betroffenen? Dieses Video gibt euch einen Überblick über das System der Zwangsarbeit im NS-Regime.
Video 02
Allgemeine Infos über die MUNA Hohenbrunn
Direkt vor unserer Haustür, versteckt im Wald zwischen Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Ottobrunn, lag einst eine der größten Heeresmunitionsanstalten Bayerns. Was war die MUNA, wann wurde sie gebaut — und welche Rolle spielte sie im Zweiten Weltkrieg? Hier bekommt ihr den Überblick.
Video 03
Die MUNA heute
Was ist vom einstigen Gelände der MUNA noch übrig? Wir haben das Areal besucht und zeigen euch, was sich hinter dem Wald verbirgt — zwischen Verfall, Naturidylle und den stummen Zeugen einer dunklen Vergangenheit.
Video 04
Das Denkmal der MUNA
Wie erinnert man an einen Ort, den kaum jemand kennt? In Hohenbrunn gibt es dafür ein Denkmal, das an das Schicksal der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter erinnert.
Video 05
Biografien der Zwangsarbeiter aus Hohenbrunn
Hinter jedem Namen in den Archiven steckt ein Mensch mit einer Geschichte. Mithilfe der Arolsen Archives — dem weltweit größten Archiv zu NS-Opfern — haben wir konkrete Schicksale recherchiert und geben ihnen in diesem Video ein Gesicht.
Video 06
Tatjana Andrejtschuk
Tatjana Andrejtschuk wurde als junge Frau zur Zwangsarbeit in die MUNA verschleppt — und brachte dort unter unmenschlichen Bedingungen ihr Kind zur Welt.
Video 07
Valentin Victorow
Valentin Victorow wurde aus seiner Heimat verschleppt und zur Zwangsarbeit nach Deutschland gebracht. Nach Kriegsende half er der US Army in der MUNA Hohenbrunn — doch aus Angst vor der Rückführung in die Sowjetunion fälschte er seine eigene Identität.
Video 08
Familie Apanasowy
Alexander und Vera wurden 1943 aus ihrem Dorf in Russland verschleppt und als Zwangsarbeiter in die MUNA gebracht. Vera kam schwanger an. Ihre beiden Söhne wurden in Hohenbrunn geboren — und starben dort.